Duftöle und Ätherische Öle selbst herstellen - Raumduft selber machen
Wisenwertes über Duftöle und Ätherische Öle
Duftöl selber machen - Raumduft selber machen
Düfte: Eine schöne Art die Sinne zu verwirren
Ob entspannend, erregend oder sinnlich: Düfte aus pflanzlichen Extrakten können in der richtigen Dosis die unterschiedlichsten Wirkungen auf den Organismus und die Psyche des Menschen entfalten. Einerseits sind diese Wirkungen abhängig vom eigentlichen Duft - die Bandbreite reicht von Apfel über Mandel bis Zitrone -, andererseits von der Art der Darreichung.
Basis aller Düfte bilden Konzentrate, welche auf unterschiedliche Weise zu unterschiedlichen Zwecken hergestellt werden. Nicht selten geraten dabei Begrifflichkeiten durcheinander: Ätherische Öle werden mit aromatischen verwechselt, Duftöle als ätherisch bezeichnet, und zuweilen spielt auch das Wort parfümiert eine Rolle. Dabei ist die Sache aus technischer Sicht klar.
Grundsätzlich gibt es vier Arten aromatischer Öle: "Naturbelassene Öle", welche direkt aus den jeweiligen Pflanzen gewonnen werden, ohne weitere Bearbeitung oder gar chemischer Veränderung; klassischer Vertreter eines solchen Öls ist das kaltgepresste Olivenöl. "Natürliche Öle" basieren auf der Mischung mehrerer naturbelassener Öle, enthalten aber ebenfalls keine künstlichen Zusätze; oft ist der Hauptbestandteil eines natürlichen Öls ein vergleichsweise teurer Pflanzenextrakt, der aus wirtschaftlichen Gründen mit preiswerteren Ölen gestreckt wird, ohne dass Eigenschaften der Grundsubstanz wesentlich beeinträchtigt werden. Typisches Beispiel ist das Rosenöl, sozusagen der Klassiker unter den Pflanzendüften. In erster Linie werden zur Ölgewinnung die Damaszener Rose, Mairose und Rosacea-Gewächse eingesetzt, welche auf riesigen Plantagen im Mittelmeerraum angebaut werden. Um nur ein Kilogramm Rosenöl gewinnen zu können, ist der Einsatz von mehreren tausend Kilogramm Blütenblättern erforderlich - ohne Mischung mit anderen, günstigeren Ölen wäre Rosenöl unbezahlbar.
Dritter Vertreter sind so genannte naturidentische Öle, denen lediglich chemische Strukturformeln natürlicher Öle zugrunde liegen und ansonsten komplett künstlich im Labor hergestellt werden. Ebenso künstlich sind schließlich - wie der Begriff schon verrät - "künstliche Öle", im Labor entwickelte und aus unterschiedlichen Substanzen generierte Flüssigkeiten, bei denen nach dem "Baukastenprinzip" nahezu jede beliebige Duftvariante erzeugt werden kann.
Während naturbelassene und natürliche Öle nicht selten heilende Wirkung haben oder ihnen im esoterischen Bereich derartige Wirkungen zugeschrieben werden, gilt das für naturidentische und synthetische Öle nicht; insbesondere künstliche Öle erfüllen nur den einen Zweck: Sie werden, vermischt mit Wasser, als Duftöle in geringer Konzentration in unterschiedlichen Arten von Duftlampen erwärmt - und sollen einfach nur gut riechen (was natürlich auch zur Steigerung des Wohlbefindens beiträgt). Sie enthalten zum Beispiel Vanille-, Zimt- oder Apfelaroma - vom Duft abgesehen, haben aber mit der Natur nichts mehr zu tun. Duftöle können jedoch, neben ihrer künstlichen Basis, zusätzlich auch naturbelassene oder natürliche Öle enthalten, um bestimmte Wirkungen zu verstärken - dem Ideenreichtum der Hersteller sind praktisch keine Grenzen gesetzt, und selbst der Verbraucher kann nach Lust und Laune mixen, was er oder sie gerne riechen möchte.
Stichwort mixen: Welche Aromastoffe die Hersteller im einzelnen für ihre Duftöle verwenden, fällt üblicherweise unter das Betriebsgeheimnis. Nicht selten sind zehn oder mehr chemische Verbindungen nötig, um nur eine einzige Duftrichtung "kreieren" zu können. Was genau im Handel erhältliche Duftöle in welchen Mengen enthalten, ist zumeist schwer ersichtlich - weil es bislang an einheitlichen Regeln zur Kennzeichnung mangelt. Der Verbraucher ist auf das Vertrauen in die Angaben von Herstellern und Händlern angewiesen. Davon ausgenommen sind Heilöle, die nur in Apotheken erhältlich sind und den pharmazeutischen Vorgaben entsprechend genau deklariert werden müssen.
In Zusammenhang mit Duftölen ist auch oft die Rede von "ätherischen Ölen", mit denen in der breiten Öffentlichkeit quasi automatisch eine heilende Wirkung verbunden wird. Tatsache ist, dass der Begriff der "ätherischen Öle" nicht genau definiert ist; zunächst bedeutet "ätherisch" nichts anderes als "leicht flüchtig" und "stark riechend", was beispielsweise auf asiatische Heilöle mit großem Alkoholanteil zutrifft. Ätherisch kann sich aber auch auf das Herstellungsverfahren der Öle beziehen. So werden naturbelassene Öle im industriellen Maßstab üblicherweise durch Destillation gewonnen: Durch große Mengen der pflanzlichen Substanz wird Wasserdampf geleitet, um das Öl aus der Pflanze zu extrahieren. Auch bei diesem Prozess werden "leicht flüchtige" Substanzen wie Pentan eingesetzt, um die Ausbeute an Pflanzenöl zu erhöhen. "Ätherisch" bedeutet mithin nicht automatisch "heilend" oder "besonders wirksam" - das wiederum ist vom jeweiligen Produkt abhängig. So bietet sich zum Beispiel Eukalyptusöl als "ätherisches Öl" ob seiner Schleim lösenden Wirkung zur Hustenbehandlung an, ätherische Zitronen-, Kamillen-, Lavendel-, Melissen- und Orangenöle werden in der Aromatherapie als Heilmittel eingesetzt und enthalten zum Teil mehrere hundert wirksame Inhaltsstoffe; zur Raumbeduftung sind sie in dieser Form aber weniger geeignet, weil sich durch die leicht flüchtigen Substanzen unter Umständen Kopfschmerzen einstellen können. Klassische Duftöle haben solche Nebenwirkungen nicht - vorausgesetzt, die Dosierung wird nicht übertrieben.
Dem Ursprung nach stammen Duftöle aus dem antiken Griechenland. Sie dienten ist erster Linie kosmetischen Zwecken: Erst wenn Haare und Haut ölig glänzten, galten Griechen als "sauber". So investierten die Frauen dieser Epoche viel Kraft und Zeit in die Ölproduktion: Oliven-, Mandel- oder Nussöl wurden langsam erhitzt und nach dem Abkühlen mit Blüten, Blättern oder Stängeln unterschiedlicher Pflanzen vermischt. Auf der "Hitliste" der Griechen standen Minze, Ginster und Narzisse ganz oben. Nach einiger Zeit des Einwirkens wurden die Pflanzenteile durch Auspressen vom Öl getrennt, dem - nun duftenden - Öl wurden zur besseren Haltbarkeit Salz und Akaziensaft (auch bekannt als Gummiarabikum) zugesetzt. Für feine Nasen sollen die Duftrichtungen eher nicht geeignet gewesen sein, denn sie kamen ob der Zusätze recht schwer riechend daher. Gleichwohl sind aus dieser Zeit um 700 vor Christus noch viele Rezepturen erhalten geblieben, zu finden etwa im Botanischen Garten und Botanischen Museum der Freien Universität Berlin.
Zum Beispiel Lilienöl: "Neun Liter Olivenöl werden mit fünf Litern Kalamus vermischt, fünf Drachmen Myrrhe in würzigem Wein aufgelöst werden zugegeben und alles wird kurz aufgekocht. Nach dem Abkühlen wird die ölige Phase abgenommen. Sie wird mit drei Unzen feingeschnittenem, in zwei Liter sechs Unzen Regenwasser eingelegtem Kardamom verdichtet. Nach einiger Zeit wird das Gemisch ausgepresst. 3,5 Liter des so gewonnenen, dickflüssigen Öles werden über 1.000 Lilienblüten in ein breites, nicht tiefes Fass gegossen. Das ganze wird vorsichtig, mit Honig bestrichenen Händen durchgerührt und 24 Stunden stehen gelassen. Danach wird das Öl aus dem Fass genommen und ausgepresst, bis es kein Wasser mehr enthält." Weitere Arbeitsgänge folgen, bis das Öl die gewünschte Konsistenz bekam und vor allem haltbar wurde, eine kleine Menge Zimt rundete das Aroma ab.
Nach ähnlichen Prinzipien kann sich auch heute noch jeder selbst Duftöle herstellen. Die einfachste Variante: Man nehme eine ordentliche Menge - mindestens mehrere hundert Gramm - Blüten oder Stängel gut duftender Pflanzen und lege sie in ein möglichst geruchsneutrales Öl ein (etwa Mandelöl). Besonders eignen sich als "Duftspender" Vertreter aus der Familie der Lippenblütler mit vergleichsweise hohem Ölgehalt (Lavendel, Melisse, Rosmarin, Minze, Thymian oder Basilikum, um nur wenige Beispiele zu nennen). Alles weitere ist dem Experimentieren überlassen: Die Dauer, wie lange die Pflanzen im Öl ziehen, das Mengenverhältnis zwischen Öl und Pflanzen, ob ganze Blüten und Stängel oder nur fein zerkleinerte Teile verwendet werden - der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, "verbindliche Richtlinien" gibt es nicht. Und letztlich erweist erst der Praxistest mit der Duftlampe, ob das Rezept wirkt - Geduld und Erfindungsreichtum sind bei diesem Hobby Grundvoraussetzungen.
Ergiebiger ist die Extraktion von Pflanzenölen mit Hilfe der Destillation. Was sich zunächst sehr technisch und fachkundig anhört, ist bei näherer Betrachtung durchaus auch im privaten Bereich darstellbar - es setzt allerdings eine kleine Laborausrüstung und einige chemische Grundfertigkeiten voraus. Destillationsanlagen gibt es in unterschiedlichen Größen fertig zu kaufen, die Preise beginnen knapp unter 100 Euro; die Behälter sind zumeist aus Kupfer - im industriellen Bereich aus Edelstahl - hergestellt und funktionieren stets nach dem gleichen Prinzip: In einem Kessel wird Wasser bis zum Kochen erhitzt; der Wasserdampf zieht danach durch einen Behälter, in dem die entsprechenden Pflanzenbestandteile eingelegt sind, löst das ölige Substrat aus der Pflanze und trägt es - "angeheftet" an die Wassermoleküle" - mit auf dem weiteren Weg durch die Anlage. Am Ende kondensiert das Gemisch in einen gekühlten Behälter, und die pflanzliche Öl-Essenz schwimmt an der Oberfläche der Flüssigkeit. Um möglichen Enttäuschungen vorzubeugen: Die Ausbeute fällt zumeist mager aus, selbst einige Kilogramm Pflanzenmaterial erbringen oft nur wenige Milliliter oder gar nur einige Tropfen reinen Öls. Als Duftöl in minimaler Menge eingesetzt, entfaltet das Produkt dennoch seine volle Wirkung. Übrigens enthält auch das so genannte Hydrolat, also das destillierte Wasser unter der Ölschicht, noch geringe Mengen des Duftstoffes. Es lohnt den Versuch, diese Flüssigkeit unverdünnt in einer Duftlampe zu erhitzen - auch wenn der Erfolg einer kompletten Raumbeduftung nicht garantiert ist.
Wer sich noch gut an den Chemieunterricht in der Schule erinnert und Spaß am Experimentieren hat, kann eine kleine Destillationsanlage mit geringem Aufwand auch selbst zusammenbauen. Dafür braucht es drei Erlenmeyerkolben (50, 250 und 500 Milliliter Inhalt), ein Becherglas mit 600 Milliliter Inhalt, zwei Laborstative, einige Glasröhren und Stopfen sowie einen Brenner (zum Beispiel als Campingzubehör erhältlich). Den genauen Versuchsaufbau findet man entweder im Chemielehrbuch oder vielfach auch im Internet. Dabei gilt das Prinzip: Der Wasserdampf aus dem ersten Erlenmeyerkolben durchströmt die Pflanzenteile im zweiten Kolben, um im dritten, gekühlten Kolben zu kondensieren. Bei den angegebenen Behältergrößen können beispielsweise im zweiten Kolben 50 Gramm Nelken-, Anis-, Lavendel- oder Malvenblüten oder Pfefferminzblätter eingesetzt werden, das gewonnene Öl kann dann nach dem Abkühlen mit einer Pipette separiert werden. Beim Lavendel enthält neben den Blüten auch das Kraut hohe Ölanteile; beides sollte vor dem Destillieren getrocknet werden, der beste Zeitpunkt für die größtmögliche Öl-Ausbeute ist das Stadium kurz vor dem Verblühen.
Wer Orangen- oder Zitronenöl auf diese Weise herstellen will, braucht schon mehr Fachkenntnisse und ist gut beraten, ein richtiges Labor zu nutzen. Denn die Früchte geben ihre Öle nicht so einfach her wie die meisten Kräuter: Aus den zerkleinerten Schalen muss der Duftstoff mit Unterstützung eines Lösungsmittels - zum Beispiel Pentan oder Hexan - herausdestilliert werden, was ob der hohen Empfindlichkeit und Feuergefährlichkeit der Chemikalie nicht von Laien ausprobiert werden sollte. Alternativ können die Fruchtschalen fein zerkleinert - am besten zermahlen - und mit Wasser vermischt werden; nach einigen Tagen Standzeit scheiden sich dann - wenn auch in geringem Umfang - kleine Mengen der enthaltenen Öle ab, die mit einer Pipette abgesaugt werden können.
Wenngleich Duftöle im klassischen Sinn rein chemische Substanzen sind, kann unter esoterischen Gesichtspunkten bei der nicht-synthetischen Herstellung für den Privatgebrauch auch ein ganz anderer Aspekt eine Rolle spielen: Der richtige Zeitpunkt der Ernte. Was sich bei Lavendel "nur" bei der Ausbeute bemerkbar macht (für Dill gilt übrigens die Ernte bei Sonnenschein zur Mittagszeit als optimal), soll beispielsweise bei der heilenden Wirkung von entscheidender Bedeutung sein: Rosenblätter sollten bei Vollmond destilliert werden, um den dann besonders intensiven und auf den Körper entspannend wirkenden Duft am besten konservieren zu können.
Übrigens gilt für alle Öle, die auf die eine oder andere Weise gewonnen werden, dass sie in konzentrierter Form sehr aggressiv sind und keinesfalls eingenommen werden dürfen. Anders die synthetischen Duftöle: Sie werden im Herstellungsprozess weitestgehend von schädlichen Substanzen befreit, an die Stelle der natürlichen Duftträger treten die im Labor erzeugten Verbindungen.
Zur Einnahme sind Duftöle aber dennoch weder geeignet noch vorgesehen - denn sie sollen ja nur eines: Gut duften.
Anleitung zum Herstellen eines Duftöls Rose
Die Herstellung dieses Duftöls ist eine sehr einfache Prozedur, die jedermann (-frau) selbst mit einfachen Mitteln bewerkstelligen kann.
Die Methode der Duftölherstellung ist die sog. „Enfleurage“. Das muss man nicht unbedingt wissen, macht aber bei allen, die wissen wollen, wie man ein solches Duftöl herstellen kann, ungeheuren Eindruck!!
Die Zutaten sind folgende:
- raffinierte Sheabutter, Kokosfett oder ähnliches festes, geruchsneutrales Fett
- Duftende, frische Rosenblüten ,vorzugsweise Sutter's Gold:
- Sutter's Gold ist eine gelb/orange (teilweise mit roten Rändern) Duftrose, die von Juni an bis zum ersten Frost blüht. Sie kann bis zu 70 cm hoch werden. Ihr Duft ist sehr intensiv oder Papa Meilland:
- Papa Meilland ist eine dunkelrote Duftrose. Sie wurde 1963 von dem französischen Rosenzüchter Meilland eingeführt und wurde 1988 zur Weltrose erklärt. Papa Meilland ist eine öfter blühende Rose, die Blütezeit ist vom Juni bis September. Der Duft der Blüten ist sehr stark und intensiv.
- 60 %iger Alkohol
Fixiermittel (z.B. Benzoe-Tinktur)
benötigtes Material:
- 2 Porzellanteller gleicher Größe
- Kreppband oder Klarsichtfolie
- Glasflasche oder anderes Glasgefäß
- Mulltuch
- Etiketten
Zubereitung:
Jetzt wird es ernst: Wir kreieren ein Duftöl!
Das feste Fett wird vorsichtig geschmolzen und dann auf den Boden eines der beiden Teller gegeben. Der Boden sollte bedeckt sein. Wenn das Fett dann wieder fest geworden ist, ziehen wir mit einem Messer Furchen in die Fettoberfläche, verteilen die Blütenblätter gleichmäßig darauf und pressen sie an. Den anderen Teller legen wir nun umgekehrt auf unser Fett – Blüten-Gemisch und verschließen beide Teller luftdicht mit dem Kreppband oder der Klarsichtfolie. Nach 2 Tagen entfernen wir die verwelkten Blüten und wiederholen die Prozedur mit frischen Blütenblättern. Das ganze wiederholen wir nun 7 – 8 mal (oder auch öfter), bis das Fett mit Blütenduft regelrecht durchtränkt ist.
Nun kann man das Fett schon verwenden und es als Pomade benutzen.
Zum Duftöl ist es nun noch ein kleiner Schritt:
Das Fett wird in kleine Würfel geschnitten und man befüllt damit eine Glasflasche etwa zur Hälfte. Dann wird die Flasche mit dem 60 %igen Alkohol aufgefüllt und luftdicht verschlossen.
Ganz wichtig: Jetzt muss die Flasche für 8 – 12 Wochen an einem lichtgeschützten Ort aufbewahrt werden. Noch wichtiger: Täglich einmal schwenken!
Nach Ablauf der Zeit durch ein Mulltuch filtern und in kleine Fläschchen abfüllen. Ein wenig von der Benzoetinktur dazu, damit der Duft fixiert wird.
Fertig ist ein wundervolles Absolue ganz eigener Herstellung. Zum Schluss mit einem Etikett verschönern und den Duft genießen.




